Geschichte und Entwicklung des Ortes Merkenich

          Versuch einer Chronik           Stand: 16.04.2000

Autoren:

Josef Dick
Hans Stahl
Rudolf Klever
Thomas Schmidt
Angelika Pilgram
Hans Daverkausen

Einführung
Der Ort Merkenich ist schon seit über zweitausend Jahren ein Siedlungsplatz am Rhein.
In diesem hochwasserfreien Gebiet siedelten vermutlich bereits zur Eisenzeit Menschen.
Wenn man heutzutage jedoch jemanden nach den “alten” Merkenichern fragt, so bekommt
man meistens ein Achselzucken zur Antwort.
Dies war für uns der Anlass Heimatforschung zu betreiben. In jahrelanger Kleinarbeit haben
wir alle uns zur Verfügung stehenden Quellen zusammengetragen und hier zusammengefaßt.
 Vor uns tat sich eine schon längst vergessen geglaubte Welt auf, wir waren selber  überrascht,
wieviel Material wir zusammenbekamen. Berichte aus alten Urkunden und  Kirchenbüchern,
alte Photographien und Karten, Ausgrabungsfunde und nicht zuletzt die Erzählungen
“alter” Merkenicher erzählen von einem kleinen Bauerndorf,  welches im Schatten der
Stadt Köln über Jahrtausende gelebt und auch zu deren Wachstum beigetragen hat.

Trotz aller Mühe, die wir uns gemacht haben, erheben wir natürlich keinen Anspruch auf
Vollständigkeit und möchten Sie, lieber Leser, bitten, falls Sie in irgend einer Weise zu diesem
Buch beitragen könnten, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

         
  Vielen Dank und nun viel Spaß beim lesen!!!

PS:
Beachten Sie bitte: bei dieser Ausgabe handelt es sich nur um einen Arbeitsstand vom
Jahr 2000. An der Chronik ist inzwischen weitergearbeitet worden und umfangreiches
Bildmaterial steht auch schon zur Verfügung.

Frühzeit (bis 50v.Chr.)
Der Siedlungsplatz Merkenich liegt an einem hochwasserfreien frühzeitlichen Verbindungsweg.
Funde von Klingen und Silexbeilen lassen auf eisenzeitliche Besiedlung schließen.
Wie diese Siedlung ausgesehen hat und wo sie gewesen sein könnte ist unbekannt.
Lediglich benachbarte Siedlungen und Streufunde lassen den Schluß zu,  daß auch hier
Menschen sich niedergelassen haben.
Der Rhein gab Ihnen die Möglichkeiten zum Fischfang und zurTrinkwasserversorgung und
fruchtbares Ackerland war auch vorhanden. Das vermutete Siedlungsterritorium könnte
im Bereich Merkenicher Hauptstraße (südlicher Teil) und Höfenweg gelegen haben, da dieser
Platz an erhöhter Stelle liegt und damit Hochwasserfrei wäre.
Der Ortsname “Merkenich” jedoch stammt vermutlich aus römischer Zeit, da die Endung “-ich”
auf einen römischen Siedlungsplatz hinweist.
Andere Deutungen besagen, daß der Name auf Merkur (röm. Gott des Handels)
oder Mercator (lat. Kaufmann”) zurückgeht und so auf eine Ansiedlung an einer Handelsstraße
oder einem Handelsstützpunkt zurückgeht.

Römerzeit (50v.Chr.-400n.Chr)
Im Jahre 50 v.Chr. kommen die Römer unter Cäsar an den Rhein.
Am linksrheinischen Ufer lebt der Germanenstamm der Eburonen. Die Eburonen dachten gar
nicht daran den Römern ihr Land zu überlassen und da die Römer militärisch weit überlegen
waren wurden sie umgebracht, vertrieben oder versklavt.
Die rechtsrheinischen Ubier hatten bereits einen Wesenszug der heutigen Kölner:
Wenn man einen Gegner nicht besiegen kann, muß man sich gezwungenermaßen mit ihm
verbünden und so wurden sie von den Römern auch an dem linksrheinischen  Ufer angesiedelt.
Im Jahre 50 n.Chr. wurde die Römische Stadt CCAA
(Colonia Claudia Ara Agrippinensium = Kolonie des Kaisers Claudius und Opferstätte der
Agrippinenser) gegründet. Die römische Colonia wurde Provinzhauptstadt von Niedergermanien
und war bald die größte römische Stadt nördlich der Alpen.
Von Köln aus ging ein weitverzweigtes Straßennetz zu anderen Städten oder Militärkastellen.

Eine dieser Straßen ist die “Alte Römerstraße”, welche heute eine Verlängerung der
Merkenicher Hauptstraße ist. Damals begann diese Straße jedoch hinter dem römischen Nordtor,
welches seinen Standort an der Nordwestecke der heutigen Domplatte hatte, heutzutage
steht an jener Stelle nur noch ein Seitenbogen des Tores.
Diese Straße war jedenfalls ein Seitenzweig der Römischen Militärstraße nach Neuss
(Novaesium), an dieser standen damals vermutlich mehrere Römischen Gutshöfe, denen die
agrarische Versorgung der CCAA oblag.
Auch wird in Merkenich seit Jahren vermutet, daß das Fundament des Merkenicher Kirchturmes
das Fundament eines Römischen Wachturmes sein könnte, da sich der Turm in einer Linie mit
den Türmen in Niehl und Worringen befindet.
Auf der rechten Rheinseite waren ja die “bösen” Germanen und es könnte den Römern daran
gelegen haben, die andere Seite zu beobachten.
Aber dies ist wie gesagt nur eine Vermutung, für die es keine Beweise gibt.
Im vorigen Jahrhundert jedenfalls wurden in Merkenich viele “Alterthümer” gefunden, welche
uns heute leider nicht mehr zur Verfügung stehen, da sie entweder achtlos beiseite geworfen,
verkauft, verschenkt oder aus Unwissenheit zerstört wurden.
Auch taten die beiden Weltkriege ihr übriges dabei, Depotbestände von Museen zu zerstören.
Des weiteren wurden die meisten Funde von Laien dokumentiert und nicht von
Wissenschaftlern.
So stützen wir uns heute auf die wenigen Quellen, die uns zur Verfügung stehen.
Ein Chronist berichtet z.B. das ca. im Jahre 1840 im Garten des Voshofes in der Nähe der Kirche
ein römisches Grabgewölbe gefunden worden sei. Man gelangte über eine steinerne Treppe
in einen runden, etwa acht Fuß breiten und fünf Fuß hohen Raum, dessen Gewölbe sich  auf
einen Mittelpfeiler abstützten.
In einer Mauernische sollen Aschenkrüge gestanden haben. Die Treppe führte wohl noch weiter
in die Tiefe und es wurde eine steinerne Inschriftentafel gefunden, welche in eine Sammlung
nach Dormagen gelangte. Leider sind heute die Tafel verschwunden und man weiß noch nicht
einmal wo der Voshof mit dieser Grabkammer gelegen hat

Im Jahre 1885 wurde beim Abbruch der alten Merkenicher Kirche ein vermauerter
Römischer Weihestein gefunden, welcher vermutlich Jupiter geweiht ist.
Darauf ist ein Römischer Soldat zu sehen, der einen Mann (Giganten?) mit einer Keule niederhält.
Der Stein trägt folgende Inschrift (Ergänzungen in Klammern):

I (ovi) O (ptimo) M (aximo)  C (aius) LUC (ianus?/ceius?/ilius?) MATERNUS  V(otum)
S (olvit) L (ibens) M (erito)

Versuch einer Übersetzung: Dem besten und höchsten   Caius Lucianus (oder Lucceius oder
Lucilius) Maternus hat sein Weiheversprechen gerne eingelöst.

Frankenzeit (400-1000)
Im 4. Jahrhundert erobern die Franken das Rheinland. Aus dieser Zeit liegen uns leider nur
wenige Quellen vor, da die Franken im Gegensatz zu den Römern keine geschulten
Historiker und Geschichtsschreiber hatten. Außerdem waren die Franken ein Wandervolk
welches das freie Leben auf dem Land dem in der Stadt vorzog.
Selbst der König und sein Hofstaat zogen im Land umher und regierten überall dort wo es was
zu regieren gab. Es ist anzunehmen, daß fränkische Bauern die Römischen  Gutshöfe in
Merkenich übernahmen und weiterführten.

Auch die Merkenicher Kirche scheint eine Fränkische Gründung zu sein, denn das Patronat
von Brictius (um 397 Nachfolger als Bischof des Hl.Martin von Tours) läßt auf eine
fränkische Kirche schließen. St. Brictius genoß bei den Franken ziemliche Popularität, während
er im damaligen Römischen Reich nur eine Nebenrolle als Heiliger einnahm.
Deshalb finden wir heutzutage St. Brictius-Kirchen hauptsächlich in Frankreich.

Desweiteren weisen auf eine Fränkische Besiedlung mehrere Funde hin, u.a. ein Knickwandtopf
und mehrere fränkische Gräber. Außerdem sollen im vorigen Jahrhundert Waffen und Helme
gefunden worden sein. In einem Garten fanden sich drei tönerne Spinnwirtel, welche auch  aus
dieser Epoche stammen.

Mittelalter (1000-1500)
Im Mittelalter sind mehrere Merkenicher Gutshöfe dem Stift St.Kunibert in Köln zugehörig.
Auch die Kirche in Merkenich ist vermutlich eine Filialkirche des
Stiftes, denn die Geistlichen kommen meistens von St. Kunibert.
Der Hof Lachem existiert auch schon, wie aus den Quellen ersichtlich wird.
Hier nun ein Auszug aus den Urkunden des Stiftes von dessen Gründung bis
1435, zur Orientierung sind andere wichtige Daten mit eingefügt:

4.11.1047

Bischof Rudolf von Schleswig schenkt dem Stift seinen Hof in Lachen
und stirbt 1047

23.7.1164

Erzbischof Rainald von Dassel bringt die Gebeine der Heiligen
Drei Könige nach Köln

März 1236

Dekan Wenemar kauft 24 Morgen Land in Merkenich, schenkt sie
dem Stift und gibt sie dem Ritter Dietrich von Merkenich in Erbpacht.

1239

3 Malter Weizen und 18 Morgen Land liefert Ritter Dietrich an drei
Terminen als Kämmerei Einkünfte.

22.1.1242

Das Stift verpachtet Güter in Merkenich an das Magdalenenkloster in Köln.

5.10.1246

Stiftskämmerer Bernhard überträgt 33 Morgen Land in Lachem, die
bis dahin Lünemann aus Lachem in Pacht hatte, dem Kölner Bürger
Gerhard und Frau Elisabeth.

26.9.1247

Die letzte gebaute Romanische Kirche Kölns, St. Kunibert; wird von
Erzbischof Konrad von Hochstaden eingeweiht.

1248

Grundsteinlegung zum gotischen Dom in Köln.

29.4.1251

Dekan Arnold von St.Mariengraden schlichtet einen Streit um den Zehnten
in Merkenich zwischen dem Stift und den Erben des Ritters Gottfried von
Strune.

Februar 1252

Scholaster Andreas von St.Severin entscheidet als Kölnischer Offizial einen
Streit zwischen dem Stift und dem Magdalenenkloster um den kleinen
Zehnten in Merkenich zugunsten des Stiftes.

vermutl. vor
Febr. 1252

Zeugenverhör um den kleinen und großen Zehnten am Hof der Weißen
Frauen in Merkenich.

um 1259

Die mittelalterliche Stadtmauer Kölns ist fertig.

27.3.1284

Dekan Richolf und das Kapitel verwenden die zu einer Memorie von
Kanoniker Dietmar gespendeten 3 Mark und 2 Schillinge zum Kauf von
14 Morgen Acker in Merkenich

1285

Die Kirche in Merkenich wird erstmals urkundlich erwähnt.

20,12,1285

Marsil Overgrund verkauft dem Stift seinen Hof mit 75 Morgen Land in
Merkenich für 40 Mark. Edelherr Gerhard von Dyck und seine Frau Sophie
entlassen den Hof aus ihrem Lehnsverband und nehmen stattdessen
Marsils Hof in Durschet darin auf.

3.3.1288

Der mit der Untersuchung beauftragte Dekan von St.Andreas berichtet
Erzbischof Siegfried, daß die von Kanonikern für Memorien Geldern zum
Ankauf von Gütern in Merkenich wendet worden seien.

5.6.1288

Schlacht bei Worringen,
die Kölner Bürger erringen mit der Hilfe der Grafen von Berg und der
Bergischen Bauern ihre Freiheit gegenüber dem Erzbischof Siegfried von
Westerburg.
Siegfried wird in Schloss Burg inhaftiert und die Kölner gründen eine erste
Demokratie.
Die Schlacht fand wahrscheinlich hinter Langel auf dem Feld  zwischen der
Alten Römerstraße und dem Rhein statt.
Aufgrund der Nähe des Schlachtfeldes werden die Merkenicher auch in
irgendeiner Weise an der Schlacht beteiligt gewesen sein, sei es als Teil-
nehmer oder als Versorger der Teilnehmer, denn die werden auch
medizinischer Hilfe oder Verköstigung bedurft haben.

29.8.1293

Vikar Johannes vom Blasiusaltar in St.Andreas verkauft mit Zustimmung
seines Kapitels 69 ½ Morgen Ackerland in Merkenich dem Kunibertsstift.

6.4.1302

Thesaurar Gerhard von Mülheim, Pächter des Hofes in Merkenich erklärt
seinen Verzicht auf weitere Führung des Hofes.

1321

Die Flurgrenze zwischen Merkenich und Niehl, welche jahrelang Anlass zu
Streitigkeiten war, wird hinter das “Jufferdahl” zurückverlegt.

26.4.1343

Ein Streit zwischen den Stiften St.Gereon (Dekan Georg) und St.Kunibert
(Dekan Heinrich) wegen des kleinen Zehnten in Lachem wird für St.Kunibert
entschieden.

29.11.1347

Probst Konstantin vom Horn von St.Mariengraden und andere errichten
eine Vikarie am Jacobusaltar in St.Kunibert und statten sie mit vier Malter
Roggen in Merkenich aus.

1349

Die Pest grassiert in Köln,
viele Kölner fliehen in das Umland, um dort das Ende der Seuche abzu
warten.
Als Urheber der Seuche werden die Juden vermutet (Man bezichtigt sie der
Brunnenvergiftung) darauf kommt es zu einem Pogrom.

9.4.1349

Ritter Ludwig von Stommeln überträgt Konstantin von Lyskirchen dem
Jüngeren 2 Zinshöfe in Merkenich, einer von St. Ursula, der andere von
St. Kunibert abhängig.

1394

Bruno von Rheindorf und Frau Gertrud verkaufen dem Stift 10 Morgen Land
in Merkenich und empfangen sie gegen 6 Mark Pacht auf Lebenszeit zurück.

20.11.1395

Die Schiedsrichter im Streit zwischen dem Kapitel und Probst Johannes
Hirtzelin entscheiden u.a., daß der Zehnte von vier zum Hof Lachem
gehörenden Grundstücken an das Kapitel fällt.

6.1.1406

Die Eheleute Thiele und Nesa pachten den Hof in Merkenich auf Lebenszeit
gegen 48 Malter Roggen und zwei Malter Weizen jährlich.

1.10.1410

Matthias Knoyde und Frau Nesa pachten den Hof in Merkenich auf
Lebenszeit gegen 48 Malter Roggen und zwei Malter Weizen jährlich.
Zum Ausgleich der anfallenden Ausbesserungskosten gewährt das Stift
einen Nachlass von 5 Malter Roggen für die ersten 5 Jahre.

21.5 +
20.9.1418

Wilhelm von Weiler, Rektor der Kapelle in Merkenich, kauft von
Thomas von Niehl 4 Fischereien im Rhein bei Langel.

27.11.1428

Matthias und Nesa Knoyde treten als Pächter der Höfe Merkenich und
Mauenheim von ihren Verträgen zurück und verzichten auf die Höfe.

16.8.1142

Vergleich zwischen dem Kloster Altenberg und dem Stift wegen des kleinen
Zehnten in Riehl, Mauenheim und Merkenich.

 

 


Reichsstädtische Zeit (1500-1794)
Im 17. Jahrhundert entsteht die erste momentan bekannte gedruckte Karte, die bereits das
Dörfchen Merkenich und den Hof Lachem zeigt. Es handelt sich um die 1607 entstandene
Karte von Abraham Hogenberg der “Cöllnischen Schweidts”.
Darauf ist der Aufbau des Ortes eindeutig zu erkennen. Auf einer 1620 gedruckten Karte des
 “Archepiscopus Coloniensis” ist Merkenich auch drauf verzeichnet, jedoch nur als Punkt.

Franzosenzeit (1794-1813)
Im Jahre 1794 besetzen die Französischen Revolutionstruppen unter Napoleon das
Rheinland. Fast alle Kölner Kirchen, Klöster und Stifte werden säkularisiert (d.h. enteignet).
Es ist anzunehmen, das auch die Säkularisation nicht an Merkenich spurlos vorübergangen ist.
Jedenfalls wurden viele Merkenicher Männer für Napoleons Heer zum Rußlandfeldzug rekrutiert,
was eine große Armut hervorrief, da kaum noch Leute für ie Feldarbeit da waren. Aus jener Zeit
stammt die große, über zweihundertjährige Roßkastanie an der Merkenicher Hauptstraße.
Der Kaplanshof wird erstmals 1753 als “Cappellanshof” erwähnt. Vermutlich wurde er einem
Geistlichen als Pfründe gegeben.
Die alten Streitigkeiten zwischen Niehl und Merkenich, welche bereits seit dem Mittelalter
schwelen, finden einen neuen Höhepunkt in gegenseitigen Schikanen.
Niehler Bauern, welche in der Säkularisation zwischen den Niehler und den Merkenicher
Dorfgrenzen Land erworben hatten, haben viele Unannehmlichkeiten durch Merkenicher zu
erdulden. Vermutlich wurden ehemalige “Merkenicher” Gebiete enteignet und die ehemaligen
Besitzer wollten dafür bei den neuen Besitzern Rache üben.
Aus dem Jahre 1805 wird berichtet, daß ein Merkenicher einen Niehler Ackerer und seine
Frau während der Ernte so verprügelt hatte, daß dieser 3 Wochen bettlägerig war.
Ein Gericht der Franzosen verurteilte den Merkenicher zu 6 Wochen Gefängnis und wegen der
Beleidigungen der Frau des Niehlers zu 10 Thalern Geldstrafe. Ferner mußte der
Merkenicher Bauer 3 Wochen unentgeltlich einen Tagelöhner zur Verfügung stellen.
Nach diesem Urteilsspruch werden die Streitigkeiten zwischen Merkenich und Niehl bis ca. 1828
fast ganz eingestellt.

Preußenzeit (1813-1918)
In diese Epoche fällt die Gründung der Merkenicher St.Sebastianus Schützenbruderschaft.
Diese wurde im Jahre 1888 von ... Mitgliedern gegründet.
In jener Zeit wurden sehr viele Altertümerfunde in Merkenich gemacht.
Im Jahre 1828 flammen die Streitigkeiten zwischen Merkenicher und Niehler Bauern wieder auf.
Dem Besitzer des Niehler Domhofes wird von seiner Ackerparzelle “Auf der Merkenicher Kante” die ganze bereits zusammengestellte Roggenernte gestohlen.
Nach einer Suchfahrt mit der Kutsche wird die gestohlene Ernte auf der Ackerparzelle eines
Merkenicher Bauern gefunden. Vor Gericht sagt später ein Merkenicher Knecht aus, er habe
ohne Wissen seines Herrn die Ernte gestohlen und der Merkenicher Bauer wird dadurch
freigesprochen. Einige Jahre später, nämlich 1848 (Revolutionsjahr) wird auf der Fühlinger Heide
eine große Freiheitsversammlung einberufen, zu der alle Dörfer nördlich Kölns eingeladen waren.
Noch ehe das vorgesehene Programm starten konnte gab es eine zünftige Bürgerwehr-
schlägerei zwischen Niehl und Merkenich, aus der die Niehler als Sieger hervorgingen, die
Versammlung wurde daraufhin abgebrochen. Grund der Keilerei: In den Reihen der Merkenicher
wurde der Knecht von 1828 wiedererkannt.
Aus den Memoiren des damaligen Worringer Bürgermeisters Mathias Bender sind die beiden
folgenden Berichte überliefert:


Der verhinderte Kirchbau in Merkenich
Zu Merkenich war der Neubau einer Kirche dringendes Bedürfnis geworden, weil das alte
Gebäude baufällig geworden war und auch dem Bedürfnis nicht mehr genügte.
Im Interesse der Kirchengemeinde bemühte ich mich im Jahre 1869 unaufhörlich, und es gelang
mir, die Gutsbesitzerin Frl. Derichs dahin zu überreden, daß dieselbe versprach, auf einem
ihrer Grundstücke, die zu einem Neubau erforderlichen Ziegel anfertigen zu lassen  und zu
schenken. Frl. Derichs ersuchte mich, das Weitere zu besorgen. Infolgedessen beauftragte
ich den verstorbenen Maurermeister Hermann Detmer zu Worringen mit der Ziegelei.
Nach Fertigbrennen der Ziegelöfen verweigerte aber Frl. Derichs, entgegen ihrem Versprechen,
die Haftung der Kosten.
Die Ziegel blieben mir am Halse hängen und ich mußte froh sein, daß ich dieselben mit einem
Schaden von 800 Talern, welche mir mein Vater gab, an Heinrich Schiefer
zu Niehl verkaufen konnte. Ich hatte dadurch mehr als mein damaliges Bürgermeistergehalt
eingebüßt.


Bahnbau mit Hindernissen
Vor etwa 20 Jahren (1888), des Datums erinnere ich mich nicht mehr genau, projektierte
eine Berliner Gesellschaft den Bau und Betrieb einer Schmalspur Eisenbahn von Cöln über
Merkenich, Rheinkassel und Langel nach Worringen und weiter.
Diese Gesellschaft hatte Pläne aufgestellt, welche zu großen Erhebungen führten, da die
Bahnlinie teilweise über den Rheindamm gelegt werden sollte.
Der damalige Direktor dieser Gesellschaft hielt in Worringen einen Vortrag über das Projekt,
dem allseitig freudig zugestimmt wurde, weil durch das Projekt die südlichen Ortschaften
der Bürgermeisterei Worringen, mit Ausnahme von Weiler, Bahnanschluß erhalten sollten.
Nach Schluss der Versammlung kam mir der Gedanke, daß ich wohl die Inbetriebnahme der
Bahn nicht mehr erleben würde, und dieser Gedanke wird sich wohl bei meinem hohen
Alter von 50 Jahren bewahrheiten. In dem auf die Versammlung folgenden Herbste erhielt
die betreffende Eisenbahn-Gesellschaft einen neuen Direktor, durch welchen das Projekt
begraben wurde. Wenn ich mich nicht irre, so war es im Jahre 1902, als die  Stadt Köln
den Bau und den Betrieb einer Vollspur-Eisenbahn Cöln-Dormagen mit Anschluß an die
Staatsbahnstationen Cöln-Nippes und Dormagen plante.
In häufigen Konferenzen mit dem damaligen Oberbürgermeister, sowie dem Dezernenten
in Eisenbahnsachen, Beigeordneten Scheidweiler, und dem Direktor der Vorortbahn, Kaiser,
wurde die Linie Niehl-Merkenich-Rheinkassel-Fühlingen-Worringen-Dormagen festgelegt.
Ich erwirkte beim Gemeinderat einen Kostenzuschuß von 50000 Mark und beim Kreise einen
solchen von 25000 Mark und bewirkte ferner, daß der Gutsbesitzer Dünwald in Merkenich nur
400 Mark und die übrigen Gutsbesitzer mit wenigen Ausnahmen nur 60 Mark
Grundstücksentschädigung für die Bahnlinie und die Bahnhöfe forderten. Die Stadt Cöln lehnte
indessen bedauerlicherweise mit geringer Mehrheit den Bahnbau ab, beschloß aber, wenn ich
mich nicht irre, bis zum Jahre 1905 eine Bahn Cöln-Niehl-Merkenich zu bauen.
Im Jahre 1908 trat dann die Bahn Cöln-Niehl in Betrieb.
Merkenich jedoch wurde beiseite gelassen. (Man sieht, daß schon zu Anfang der Jahrhundert-
wende der Bau einer Bahn nach Worringen geplant war, jedoch von Köln, obwohl seitens der
Gemeinden und des Kreises Mittel bereitstanden, nicht durchgeführt wurde. Den Worringern
wurde nochmals die Erbauung einer Straßenbahnlinie versprochen und zwar im Eingemeindungs-
vertrag. Auch diese ist bis heute icht gebaut. Vor zwei Jahren tauchte das Projekt einer
Schnellbahn Cöln-Düsseldorf auf, deren Linie durch die Bürgermeisterei Worringen gehen sollte.
Von dieser Bahn würden die Ortschaften kaum Nutzen gehabt haben, da dieselbe nur kaum
Fühlingen berührte, sonst aber westlich der übrigen Ortschaften gehen sollte. Neuerdings hat
gemäß Zeitungsberichten der Eisenbahnminister den Bau der Schnellbahn für Private freigegeben
und es scheint daher, daß in absehbarer Zeit die Bahn gebaut wird.

Zwischen 1896 und 1898 geschieht in Merkenich ein Mord. Der Fall war so kurios, daß er es
Wert ist, hier aufgeschrieben zu werden. In einem kleinen Hof an der Hauptstraße,
etwa im Bereich des heutigen Landhandels gelegen, erschlägt ein Knecht den Ehemann seiner
Geliebten mit einer “Kaasch” (dreizinkige Gabel). Der Knecht und die Ehefrau hatten den Mord
sorgfältig geplant und wollten das ganze wie einen Unfall aussehen lassen. So legten sie den
erschlagenen Mann hinter das eigene Pferd und die Frau lief auf die Straße und schrie Zeter und Mordio, daß Pferd hätte ihren Mann zu Tode getrampelt. Die nun auf den Plan gerufene Polizei
bekam nun von den Nachbarn zu hören, daß es sich bei dem Tier eigentlich um ein sehr ruhiges
Pferd handele und solch ein Unglück dadurch unmöglich wäre. Die Polizei sperrte darauf hin die
Hauptstraße und die Laachemer Gasse um das Pferd zu untersuchen. Das Tier wurde nun
mehrfach hin und hergeführt und man versuchte es mit allen Tricks zum bocken zu bewegen, aber selbst Scharen von Kindern mochten es nicht aus der Ruhe bringen.
Mit dem Ergebnis der Untersuchung konfrontiert gestand der Knecht schließlich das Verbrechen.

Im Jahre 1898 wurde der Fußballverein “DJK Borussia Merkenich” gegründet.

Weimarer Republik (1918-1933)
Vermutlich in die zwanziger Jahre fällt eine Photographie, welche eine Festlichkeit vor dem alten
Merkenicher Schulgebäude zeigt.
Am 1.4.1922 wird die Bürgermeisterei Worringen mit den Dörfern Feldkassel, Fühlingen,
Kasselberg, Langel, Rheinkassel, Roggendorf, Thenhoven, Weiler und Merkenich in die
Stadt Köln eingemeindet. Köln dehnt sich dadurch nunmehr mit 251 Quadratkilometern
zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt nach Berlin aus.
Mit einer Einwohnerzahl von 674000 steht die Stadt an dritter Stelle hinter Berlin und Hamburg.
Die Stadt Köln plant hier in unmittelbarer Nähe des Rheins ein neues Industrie- und
Gewerbegebiet und benötigt dafür große Freiflächen.
Der Gemeinde verband Worringen scheint dafür Ideal, da hier auf ca. 5600 Hektar Fläche nur
ca. 7300 Einwohner leben. Um die Widerstände einer Worringer Bürgerbewegung gegen die
Eingemeindung zu unterlaufen, treiben der Worringer Bürgermeister und der
Oberbürgermeister der Stadt Köln, Konrad Adenauer, das Verfahren mit größter Eile voran.

Der Merkenicher Taubenverein wird im Jahre 1928 gegründet.

Um das Jahr 1930 herum wird am Rheinufer rechterhand des Fähranlegers eine Badeanstalt eröffnet.  Der Badebetrieb wird einige Jahre später wieder eingestellt, vielleicht auch deswegen,
weil die Firma Bayer auf der anderen Rheinseite viele Chemikalien einfach in den Rhein
schüttet.

Im Jahre 1931 kommt es in Rheinkassel zu einem schicksalhaften Fußballspiel, welches in
einer wüsten Schlägerei endet. Tags drauf wollen die Rheinkasseler Anzeige gegen den
Verein “ DJK Borussia Merkenich” erstatten, jedoch müssen sie erstaunt feststellen,
daß dieser Verein morgens abgemeldet wurde und damit rechtlich nicht mehr zu belangen  sei.
Gleichzeitig war ein neuer Fußballverein unter dem Namen “SC Schwarz Rot 1931 Merkenich”
angemeldet und gleichzeitig Mitglied des DFB geworden.

Drittes Reich (1933-1945)
Im April 1934 wurde im südlichen Teil der Hauptstraße ein Stall zu einem Wohngebäude
umgebaut. Dabei wurden im Keller ca. 50cm unter der Geländeoberfläche zwei römische
Gräber gefunden. Sie lagen etwa 10m östlich der Straßenflucht.
Die Grabbeigaben nahmen die beiden Merkenicher Arbeiter, welche mit der Ausschachtung
beauftragt waren, einfach mit nach Hause. Als der Fund publik wurde, beschlagnahmte die
Polizei die Funde ( mehrere Henkelkrüge, Becher, eine Kanne und ein Fadenfläschchen)  und
verwarnte die Arbeiter. Diese berichteten später, der Boden zwischen den Gräbern und der
Straße sei sehr hart gewesen, Fachleute schließen daraus das dies die Schotterschicht der
Römischen Straße sein mußte
1937 wurde das Schulgebäude am Spoerkelhof mit dem Lehrerhaus errichtet.
Die Merkenicher Schule ist ein Baudenkmal nationalsozialistischer Schulbauweise.
Mit den Nationalsozialisten mußten auch alle Kreuze aus den Klassenzimmern verschwinden.
Die Lehrerin Frl. Nettesheim löste das Problem auf ihre Weise:
sie hängte das Kruzifix einfach auf die Innenseite einer Schranktür und so konnte der Herrgott
bei Bedarf einfach gezeigt werden.


Ein weiterer Merkenicher Kriminalfall
1934 oder 1935 kam es zu folgender Begebenheit: Der Merkenicher Polizist Trott erschießt
im Fuhlig den ortsbekannten Wilderer Schmitz. Dieser wohnte “auf dem Block”, eine
Wohngegend, die früher als Kommunistenviertel bekannt war. Der Schutzmann Trott
hingegen stammte wohl ursprünglich aus Ostpreußen, war in die Preußische Polizei
eingetreten und mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein linientreuer
Gefolgsmann geworden. So wurde denn auch gemutmaßt, daß der Wilderer
nicht wegen ungenehmigten Jagens, sonder wegen der “falschen” politischen Meinung
erschossen wurde. Eine weitere Geschichte berichtet von einem, aufgrund einer
Lungenkrankheit wehrdienstuntauglichen jungen Mann, der während der Kriegsjahre
einen Kraftstofferwerbsschein für das Motorrad seines Bruders, welcher an der Front im
Einsatz war, haben wollte. Trott verweigerte die Ausstellung des gewünschten
Papieres mit der Begründung, er sei doch nicht riegstauglich, also könne er auch kein
Motorrad fahren. Kurze Zeit später erhielt der junge Mann trotz Krankheit den
Einberufungsbefehl und kam im Krieg um. Außerdem war Trott bekannt dafür, daß er
den Zwangsarbeitern der Ford- Werke alle Lebensmittel oder Geschenke wieder abnahm,
die diese in Merkenich gegen selbstgebastelte Püppchen eingetauscht hatten.
Gegen Kriegsende flüchtete Trott wohl mit seinem Polizeibattalion, wurde jedoch im
Bergischen Land von den Amerikanern gestellt und erschossen.


Merkenicher Lexikon
 

    • Merkenicher Wörterbuch
       
    • Laachemer Jass Daverkusen/Causemannstraße, Straße zu den Laachemer Höfen
      • Steinstraße Alte Römerstraße, wurde Steinstraße genannt, weil es die einzige
        gepflasterte Straße im Dorf war (die Pflasterer hießen auf Kölsch “Paveier”)
      • Berger Hött Ende der Hildengasse vor dem Rheindamm, ehemals Wohnort
        der Fam. Berger
    • Laachem  Heutiges Gelände der Esso Chemie
    • Am Block  Bezeichnung für die Besiedlung rund um und am Höfenweg
    • Fam. Igge  Bezeichnung für die Fam. Pilgram
    • Juffertal oder
    • Jufferkühlchen Gelände auf dem heute die Wacker-Chemie steht
      • Schindskuhl Sägegrube des Herrn Daverkusen im Bereich des heutigen
        Ehrenmals, in die immer ein Arbeiter herab mußte.
      • Am Meßdiener Kleiner Fußballplatz hinter dem Pfarrheim
      • Papageiensiedlung Bezeichnung der Straßenzüge am Derichshofweg

      • In der Wacker Bezeichnung der Wohnblocks der ehemaligen
        Wacker-Chemie- Werkswohnunge
         
    • Titschjass 


       
    • Bekannte Merkenicher
       
    • Heinrich Daverkusen  Sägewerksbesitzer
    • Pastor Causemann  brachte den Merkenichern die moderne Landwirtschaft bei
    • Pastor Kastenholz  beliebter und couragierter Pfarrer
    • Ferdinand Königshoven  Mitbegründer der Dorfgemeinschaft, Tambourmajor
    • Peter Steinberg  CDU-Politiker mit Verdiensten um den Ort
    • Mathias Höhnerbach  Fußballspieler des 1.FC Köln und B-Nationalspieler


      Merkenicher Bauernhöfe
       
    • Heute existent
       
    • Pilgramshof
    • Ivenshof    heute Hof der Fam.Faasen
    • Kaplanshof   heute Wohnanlage
    • Dohmenhof   heute Wohnanlage
    • Thönneshof   früher auch Hof der Weißen Frauen
    • Nicht mehr existent
       
    • Klein Lachem
    • Groß Lachem 
    • Voshof
    • Spoerkelhof
    • Derichshof

      Namensschreibweisen

      In alten Urkunden und Karten werden die Ortsnamen vielfach anders geschrieben:

      Merkenich:  Mirkenich, Merkennech, Myrkenich, Mergenich

      Laachem: Laghem, Lacheim, Laichem


      Die Wegekreuze und ihre Inschriften

      Pilgramskreuz
    • Standort: An der Straßengabelung der Merkenicher Hauptstraße und dem
      Kasselberger Weg,  direkt vor dem Bauernhof der Fam. Pilgram
       
    • Errichtet: 1854, aufgesetztes Grabkreuz von 1739, Höhe ca. 3,50m
       
    • Material: Trachyt, farbig gefaßt
       
    • Inschrift: Bei dem bekrönenden Kreuz soll es sich um ein älteres Grabkreuz handeln,
      denn darauf deutet die rückwärtige Inschrift hin:
    • “ ANO 1739 DEN 21 XBRIS STARB

      DIE EHR UND TUGENDREICHE FRAU

      IRMGARD:::::::::::::::::NSLEMPERS

      GENANT KNOTS GEWESENE

      HALBWINERIN IM ALDENPERGER

      HOF ZU MECHERNICH ALTERS 84 JAHR”

      Der Text im Sockel gibt jedoch eine andere Inschrift und Jahresangabe wieder:
       

    • “RETTE DEINE SEELE 1854”

      Der Unterschied der Daten erklärt sich vermutlich daher, daß mit der
      französischen Besetzung des Rheinlandes 1794 alle Kreuze und sonstige
      öffentliche religiöse Zeichen entfernt und vernichtet wurden.
      Der Befehl dazu wurde seit dem 27.Juli 1798 im Gebiet der Bürgermeisterei
      Worringen durchgeführt. Mancher Bauer aber versteckte das Kreuz in Stall
      oder Scheune oder vergrub es mit der Absicht es später wieder zu bergen und
      aufzustellen.
      So manches versteckte Kreuz mag dabei in Vergessenheit geraten sein und so
      hat man vermutlich bei der Wiederherstellung des Wegekreuzes auf ein altes
      Grabkreuz zurückgegriffen

      Falkensteinskreuz
       
    • Standort: An der Kreuzung Daverkusenstraße / Merkenicher Ringstraße
    • Errichtet: 1818, Höhe ca. 2.20m
    • Material:  Buntsandstein
    • Inschrift: “ Errichtet 1818 Eheleute Engelbert
    •                 Blum Sybilla Fußwinkel”
    • Bedeutung:   Es handelt sich hierbei um ein Prozessionskreuz. Das Kreuz
      weist Formen des beginnenden 18. Jahrhundert auf obwohl die Inschrift
      etwas anderes aussagt. Im Jahr 1964 stürzte das krönende Kreuz herab,
      kurz nachdem hier bei der Fronleichnamsprozession der Segen erteilt
      worden war. Ursache dafür waren Feuchtigkeitsschäden im Stein, welche durch
      dicke Ölfarbanstriche nicht zu erkennen waren. Der untere Sockelblock war sogar
      so stark geschädigt, daß er ersetzt werden mußte, leider wurde versäumt, die
      alten Inschriften wieder einzuschlagen.

       
    • Missionskreuz
    • Standort: Vor dem Pfarrhaus, Brictiusstraße 22
    • Errichtet: 1868, Höhe ca.3,50m

      Material: Gelber Sandstein

      Inschrift:
         Vorderseite Sockelplatte: “Mission 1868”
         Vorderseite Konsole: “Rette deine Seele”
         Rückseite Sockel: “Kapuziner Mission vom 5. bis 12. Nov. 1902”
         Schriftfeld: “Sieh her o Christ
         was ( Seele ) ist
         Für die dein Gott muss
         sterben
         Drum Sünderkind ( acht )
         nit die Sünd
         wenn du nicht willst
         verderben
         Betet für die, welche
         dies Kreuz errichtet
         Friedrich Rolshoven und
         Agnes Rolshoven geb. Eichels
         nebst Kindern.”
       

      Friedrich Rolshoven stammt vermutlich vom Rolshover Hof bei Poll.

      Bedeutung: Das sorgfältig gearbeitete neugotische Kreuz wurde aus Anlaß
      einer Mission gestiftet.

      Die Merkenicher Ortsvereine

      Bürgerverein
      St. Sebastianus Schützenbruderschaft
      Fanfarenzug Merkenicher Musketiere
      Taubenverein
      Sportverein Köln-Merkenich
      2 Angelvereine

       

Diese Kurzversion der Merkenicher Chronik wurde von Thomas Schmidt zusammen gestellt
 und mir zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. 

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     06.12.11